Die Möglichkeiten der Medizin

Bisher gilt: Eine Arthrose kann nicht vollständig geheilt werden – weder medizinisch noch durch natürliche Prozesse. Denn sobald die Wachstumsphase des Organismus endet, wächst der Gelenkknorpel von selbst nicht mehr nach.

 

Arthrose kann jedoch behandelt werden: Entweder durch eine konservative Therapie oder – falls sie nicht mehr wirkt – auf operativem Weg. Ob so oder so – oberste Priorität hat stets die Gelenkerhaltung.

Das IRAP-Verfahren

Diese Behandlungsmethode basiert auf der Herstellung von Proteinen, die aus dem Eigenblut des Pferdes gewonnen werden. Nach der Entnahme des Blutes wird es für 24 Stunden bei einer Temperatur von 37° C gelagert. Dabei bilden sich Eiweißmoleküle für die weitere Aufbereitung. Das Blut dient als Basis zur Gewinnung des »konditionierten körpereigenen Serums«, kurz ACS. Dies wird nun in die betroffenen Gelenke oder Sehnen injiziert. Je nach klinischem Befund beinhaltet die Therapie drei bis fünf Gelenksinjektionen im Abstand von 14 bis 21 Tagen.

 

Die PRP-Methode

Bei dieser OP-Methode wird zunächst aus dem körpereigenen Blut des Pferdes ein Thrombozyten-Konzentrat gewonnen. Hierzu werden die Plättchen des Blutes sowie sogenannte Wachstumselementarteilchen während unterschiedlich starker Zentrifugationsstufen konzentriert. Zuvor müssen mechanische Defekte behoben sein. Per Injektion werden nun Blutzellen angeregt, damit sie für eine Ausschüttung von Botenstoffen sorgen und Wachstumsfaktoren in Gang setzen, die zur Wundheilung führen. Die Injektion erfolgt in der Regel unter einer Ultraschallkontrolle.

 

Hyaluronsäure

 Als Bestandteil der Gelenkflüssigkeit (Synovia) wirkt Hyaluronsäure als Schmiermittel bei Gelenkbewegungen. Künstlich hergestellt, soll sie die fehlende körpereigene Gelenkflüssigkeit ersetzen. Dazu wird sie in das Gelenk eingespritzt.
Die Folge: Das Gelenk wird wieder geschmiert, Reizungen und Entzündungen werden nur temporär reduziert. Daher muss sie oft nach einigen Monaten wiederholt werden und auf längere Sicht ist diese Anwendung sogar häufig wirkungslos. Es werden hierbei nur Symptome, nicht jedoch die Ursachen behandelt.

 

Kortison

Es kann ferner Kortison in das Gelenk gespritzt werden. Dieses Hormon kann ebenfalls die Entzündung und den damit einhergehenden Schmerz hemmen. Häufig geschieht dies in Kombination mit Hyaluronsäure und hat ebenfalls oft nur eine zeitlich limitierte Wirkung.

 

MSC-Therapien

Die Abkürzung MSC steht für Mesenchymale Stammzellen. Diese Art differenziert sich in Zellen, die unter anderem Knochen, Sehnen und Knorpel bilden können. Ihre eigentliche Wirkung entfalten MSC-Behandlungen, wenn die Zellen möglichst rasch injiziert werden. Der Nachteil: Das entnommene Material aus Fettgewebe oder Knochenmark wird häufig zu einem Teil direkt wieder in oder an den Defekt der Sehne gespritzt, während der andere Teil über etwa drei Wochen im Labor gezüchtet und aufbereitet werden muss, bevor er anschließend zurück ins verletzte Pferd injiziert wird. Die hierzu nötigen Zwischenschritte – unter anderem der Transport ins Labor und das Einfrieren der Zellen zwischendurch – führen dazu, dass es sich nicht um frische Zellen handelt. Die zwei kostspieligen Behandlungen stressen das Pferd erheblich; desweiteren besteht Kontaminations- und Entzündungsrisiko. Noch riskanter: Bereits eine Woche nach einer Verletzung bilden sich im geschädigten Sehnengewebe die ersten Zellen des Narbengewebes. Aufgrund der verlorenen Elastizität kehren später an genau diese Stelle oft die Krankheitssymptome zurück.

 

Die Stoßwellen-Behandlung

Seit einigen Jahren werden sie zur Behandlung von Pferden eingesetzt: Stoßwellen. Die Therapie kann in der Klinik am stehenden Pferd durchgeführt werden. In den meisten Fällen erhält es zuvor eine leicht dosierte Beruhigungsspritze, da das Stoßwellengerät bei der Anwendung sehr laut ist. Um ein optimales Ankoppeln zu erreichen, wird der zu behandelnde Körperbereich geschoren oder rasiert und mit Ultraschallgel versehen. Eine Behandlung dauert üblicherweise 15 bis 20 Minuten. Meist ist eine mehrmalige Behandlung im Abstand von ein bis vier Wochen erforderlich.

 

Der Orthopädische Beschlag

Zur Behandlung von Gelenkserkrankungen können sich bei Pferden orthopädische Beschläge als hilfreich erweisen. Für eine Therapie von Arthrose wird beispielsweise der Spat- oder der Rehebeschlag genutzt. Speziell beim Rehebeschlag wird das Eisen entgegengesetzt angelegt und mit einem Polster unterfüttert, um die Zehe zu entlasten und eine weitere Rotation des Hufbeins zu vermeiden.

 

Die Futterergänzung

In einem erkrankten Gelenk entstehen freie Radikale, die das umliegende Gewebe schädigen können. Die Zufuhr von Antioxidantien wie Vitamin C und E sowie speziellen Enzymen neutralisiert freie Radikale und verhindert eine weitere Schädigung.

Entzündungen können medikamentös gehemmt werden – oder durch gut verträgliche Gelenkkräuter wie Weidenrinde, Ulmenspierkraut, Teufelskralle oder Ingwer. Ebenfalls empfehlenswert: Omega-3-Fettsäuren aus Leinöl sowie neuseeländischer Grünlippmuschel. Für die Regeneration des Gelenkknorpels spielen Glykosaminoglykan sowie Mangan und Eisen eine wichtige Rolle.

 

Die Therapie mit regenerativen Zellen aus Eigenfett ist eine erfolgsversprechende neue Behandlungsmethode. Lesen Sie hier mehr darüber.